Oct. 09 2016
Composing
How come that composing can be such a pleasant and satisfying activity? I´m wondering every single time why the pro ... more
Jan. 18 2017 | 8pm
LORENZ RAAB & HUGO WOLF QUARTETT U.A.
Konzerthaus
Duo RaaDie

Lorenz Raab, Trompete

Christo ... more
The FlowThe FlowThe FlowThe FlowThe Flow
in english
Martin Reiter wurde 1978 in Wien geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Oberösterreich, wo er als Sohn begeisterter Amateurmusiker mit Klavier- und Saxophonunterricht aufwuchs.

1996 begann Reiter an der jetzigen Anton Bruckner Universität in Linz Jazzklavier zu studieren. Ein Jahr später wechselte er an die Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, wo er im Rahmen eines Arrangementworkshops Bekanntschaft mit Mathias Rüegg vom Vienna Art Orchestra machte, der Reiter's Qualitäten als Pianist und Arrangeur erkannte. Sein erstes ernsthaftes musikalisches Projekt startete er 1999 gemeinsam mit der Sängerin Simone Kopmajer – ihr Quartett sollte beide später u. a. auf Tour in die USA führen, wo sie Auftritte mit Gästen wie Turk Mauro und Ira Sullivan hatten.

2001 erhielt Reiter ein österreichisches Stipendium zum Studium an einer ausländischen Kunstuniversität, was ihm ermöglichte ein Jahr ans Königliche Konservatorium Den Haag zu Rob van Kreefeld zu gehen. In Holland formierte Reiter sein zweites wichtiges Ensemble gemeinsam mit Drummer Klemens Marktl, mit dem slowenischen Saxophonisten Jure Pukl und dem Holländer Rodrigo Reijers am Bass.

2002 wurde Reiter der „Austrian Young Lions” Award verliehen - ein Preis für Nachwuchskünstler, die auf Europatour geschickt wurden. Dadurch spielte Reiter schon in jungen Jahren auf neun grossen Jazzfestivals wie Montreux, Perugia, Pori, Molde, etc. Noch im selben Jahr wurde er mit dem HANS KOLLER PREIS in der Kategorie „NYC-Stipendium” ausgezeichnet.
Bevor er das Preisgeld dazu verwenden konnte, seinen mehrmonatigen NYC-Aufenthalt 2003 in Angriff zu nehmen, wurde er von Alex Deutsch in die Band des schweizer Ausnahmetrompeters Matthieu Michel geholt. Bei einem zweiwöchigen Gig in Vevey am Genfersee entstand gemeinsam mit Peter Herbert das Album live at Theatre Oriental. Direkt danach flog Reiter nach NYC, um mehrere Monate lang Musiker kennen zu lernen, auf Sessions zu gehen und Privatunterricht bei so namhaften Jazzern wie Bill Charlap, Bruce Barth oder Fred Hersch zu nehmen. Sämtliche Kompositionen seines Debut-Albums Chez es Saada entstanden während dieser sehr inspirierenden Zeit.

Wieder zurück in Wien widmete sich Reiter intensiv seinem Musikstudium und baute seine Kontakte zur nationalen und internationalen Szene aus. Nach einer kleinen Tour mit Bennie Maupin und John B. Williams nahm Reiter im Sommer 2004 Chez es Saada auf. Eine intensive Zusammenarbeit mit dem Kammerorchester Feuerhaus ermöglichte ihm auch die Umsetzung einer Eigenkomposition für Fender Rhodes und Kammerorchester, die mit auf die CD sollte. Mit dem Orchester unter der Leitung von Hans Peter Manser startete Reiter damals das Projekt Rache für Mozart, bei dem er – ganz im mozartschen Sinne – über das große Klavierkonzert in C-Dur KV 503 improvisierte. Auch dieses Projekt wurde dabei auf Tonträger aufgenommen.

2005 stand ganz im Zeichen der Veröffentlichung von Chez es Saada – das Album stieß in nicht nur in Österreich auf breites Interesse und öffnete Reiter einige Türen. Im selben Jahr wurde er abermals mit dem HANS KOLLER PREIS ausgezeichnet, diesmal in der Kategorie Newcomer des Jahres.
2006 konnte er endlich sein Musikstudium abschließen, um voll und ganz seinen Tätigkeiten als freischaffender Künstler nachgehen zu können. Im selben Jahr durfte Reiter mit Musikern wie Alegre Correa, Ana Paula da Silva und Michael Mantler auf der Bühne stehen und sein Mozartprojekt beim carinthischen Sommer – einem renommierten Klassikfestival im Süden Österreichs – vorstellen. Währenddessen liefen die Vorbereitungen für die Aufnahme seines neuen Albums ALMA auf Hochtouren. Dieses sollte in der Folge 2008 den Hans Koller Preis für die beste CD des Jahres erhalten und weltweit präsentiert werden, u. a.auch in Senegal, China und Brasilien.

Reiter hat seinen Lebensmittelpunkt in Wien, obwohl ihn NYC seit seinem ersten Aufenthalt nicht mehr ganz losgelassen hat. Viele Jahre lang verbringt er einige Wochen im Big Apple, wobei zum Besipiel 2004 das Album Serendipity des slowenischen Tenoristen Jure Pukl entstand - mit Gästen wie Jamire Williams und Jeremy Pelt oder 2010 die Aufnahmen mit THE OULIPIANS und Chanda Rule. Wenn Reiter nicht gerade Konzerte spielt, widmet er sich seinen Arrangeur- und Kompositionsarbeiten, wie z. B. einem Band mit Arrangements von Kurt Weill Liedern für die Universal Edition.

Seit Herbst 2008 engagiert sich der vielseitige Musiker auch vermehrt für THE FLOW, ein gemeinsames Projekt mit dem jungen österreichischen Gitarristen Andi Tausch. Das Debutalbum dieses Kollektivs ist im Mai 2009 bei PAO released worden, das zweite Album "Origination" (2010), das dritte "Departure" (2012) mit den Gaststars Matthieu Michel und Johannes Enders und das vierte "Songs without words" (2014) sind am österreichischen Indipendent-Label Session Work Records releast.

2010 war Reiter eingeladen im Rahmen eines Artist in Residence Programms mehrere Wochen auf der Insel Elba zu verbringen, wo er sein neues Solo-Piano-Programm komponierte und in Folge auch aufnahm. Ausserdem hat er sich in dieser Phase intensiv mit dem Prinzip des "Instant Composings" beschäftigt. Seine 2011 erschienene Solo-CD "Inventions & Impressions" traf auf breites Interesse und er wurde damit u.a. zum Jazzfestival Rom, zum Ethno-Jazzfestival Dujanbe oder nach Ryadh eingeladen.

Seit 2012 ist Martin Reiter Vater und Professor für Jazzklavier an der Konservatorium Wien Privatuniversität. Seine Arbeit als Pädagoge umfasst ausserdem die beiden wichtigen Sommerkurse Jazzseminar Schönbach & NYC/Mattighofen Musikmarathon sowie diverse Einladungen zu Masterclasses wie z. B. nach Groznjan (HR) im Juli 2014.

Nach all der kreativen Arbeit alleine am Klavier sehnte sich Reiter wieder mehr nach Bandarbeit und beschloss 2014 seine beiden Trios (das akustische mit Matthias Pichler und Peter Kronreif und das elektrische mit Shayan Fathi und Jojo Lackner) zu reaktivieren. Aus einer live-Aufnahme, die 2007 beim Jazzfestival Wiesen gemacht wurde und einer Studioaufnahme im Februar 2014 entstand im gleichen Jahr das Album "acoustic & electric trio."